5. Januar 2016
“...soziale und politische Praxis und ästhetisch-technische Fragen gehören für mich zusammen...”

Interview anlässlich der Auswahl der MIETREBELLEN in das Programm des Arquitectura Film Festival in Santiago de Chile, deutsch/castellano.

ArqFilmFest: Erzähl mir, warum Du Dich entschieden hast, Deinen Film zum Arqfilmfest zu schicken, was Dir bedeutsam war beim Festivalangebot und warum Du das Gefühl hattest, dass Dein Film hier dabei sein sollte.
Matthias Coers: MIETREBELLEN ist ein Film über die anwachsende Mieter_innenbewegung in Berlin seit den Jahren 2010/2011. Aufgrund stark steigender Wohnkosten in der deutschen Hauptstadt nimmt auch der Protest bis heute zu. Bei 160 Filmaufführungen in Europa war ich zu Filmgesprächen und Diskussionen dabei, wo ich festgestellt habe, dass die Fragen der Bewohner_innen, die versuchen, in Städten bezahlbar leben zu können, doch sehr getrennt sind von einer Perspektive der Stadtplanung und Architektur. Intensiv arbeite ich mit einer Berliner Gruppe zusammen, die sich mit neuem kommunalen Wohnungsbau beschäftigt und arbeite politisch und filmisch zu den Fragen der Wohnraumversorgung in Europa. Auch hier gibt es eine deutliche Trennung. In den Kreisen, in denen aus sozialpolitischer Perspektive Wege zur Herstellung günstigen Wohnraums gesucht werden, werden ebenso die architektonischen und stadtplanerischen Fragen nur am Rande behandelt. Ich persönlich halte das für grundlegend falsch, da soziale und politische Praxis und ästhetisch-technische Fragen für mich zusammen gehören. Sie sind eben Teil einer komplex-modernen Gesellschaftlichkeit, die trotz der fachlichen Arbeitsteilung letztlich eine gemeinsame Realisierung braucht, um ihre vollen Qualitäten auf der Höhe der Zeit zu entwickeln. Und wenn ich von Möglichkeiten spreche, meine ich kein als ob, sondern ich meine auch Notwendigkeit, die sich gerade bei der Frage des Wohnens besonders deutlich zeigt. Jeder Mensch muss und will wohnen. Wohnen ist eine Haupttätigkeit und nicht umsonst hat das Bürgertum eine enorme, bis in die kitschige Dekadenz hineingehende Wohnkultur hervorgebracht und die europäischen Kleinbürger zum Beispiel haben versucht, dies zu imitieren. Wohnen ist eben ein Menschenrecht und in Zeiten, in denen Gesellschaft aus der Perspektive der Subjekte immer schwerer zu gestalten ist, gewinnt der private Raum des Wohnens an Bedeutung. Da Wohnen aber auch als Ware organisiert ist und viele Menschen in Europa wie anderswo zunehmend nicht mehr ihre Grundbedürfnisse durch aus eigener Arbeit erworbenem Einkommen erwirtschaften können, ist es notwendig, dass neue Formen gefunden werden, auch von gesellschaftlichem Charakter. In Westdeutschland zum Beispiel gab es nach dem Zweiten Weltkrieg einen sozialen Wohnungsbau, der als Massenwohnungsbau zahlreichen Menschen Wohnraum gegeben hat. In Ostdeutschland gab es das sozialistische Plattenbauen, in Österreich z.B. den Kommunalen Gemeindebau. Diese günstige gesellschaftliche Produktionsart für Wohnraum wurde durch den Erfolg des Neoliberalismus beendet mit der Konsequenz, dass auch in sehr wohlhabenden Ländern wie der Bundesrepublik Wohnarmut entstanden ist. Aber diese günstigen Massenwohnweisen hatten immer den Nachteil und auch innerhalb der Bevölkerung den Ruf von Enge, Farblosigkeit und Tristesse, obwohl von der Konstruktion her eher an Luft und Sonne gedacht wurde. Heute wird deutlich, dass es dringend mehr bezahlbaren Wohnraums bedarf, allein in der Bundesrepublik Deutschland leben 335.000 Menschen ohne Wohnung, zum Teil in Notunterkünften, 45.000 davon obdachlos auf der Straße. Nach Einschätzung von Wissenschaftler_innen fehlen nur in Deutschland 4 Millionen bezahlbare Wohnungen. Allein in Berlin müssen von 2015 bis 2030 300.000 Wohnungen gebaut werden, um die Bevölkerung ausreichend mit Wohnraum zu versorgen. Nach meiner Einschätzung kann man diese Frage aber nicht aus der Perspektive der reinen Versorgung betrachten. Sondern der Reichtum des architektonisch und planerisch Machbaren muss auch in den zu bauenden Gebäuden oder zu planenden Stadtteilen sichtbar werden. Es ist selbstverständlich doch wird es zu wenig bedacht, das, was heute gebaut und geplant wird, wird stadtgeographisch, ästhetisch und auch mental das Leben der nächsten Generationen mitbestimmen. Reines Massenwohnungsbauen läuft unter heutigen Bedingungen, der Diktatur des Sparens, auf Schlichtbauweise hinaus. Aber Containersiedlungen oder Trailerparks sind kein Zuhause und hinterschreiten die zivilisatorischen Standards. Ein gutes Beispiel, wie Massenwohnungsbau aussehen kann, hat zum Beispiel die Berliner Moderne mit Architekten wie Bruno Taut oder Martin Wagner bewiesen. So ist es gelungen, in den 1920er Jahren innerhalb von fünf Jahren 115.000 leistbare und zugleich auch hochwertige Wohnungen, die noch heute bewohnt und geschätzt werden, zu bauen. Ein anderes Beispiel herausragenden Bauens von internationalem Rang in Berlin geben die Hochhäuser im Hansaviertel, wo zur Bauausstellung 1957 Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius oder Oscar Niemeyer ein ebenfalls noch heute lebenswertes Stadtviertel verwirklichten. Für mich hat architektonisches und stadtplanerisches Denken visionäre Kraft, sozial-politisches und sozialstaatliches Handeln bewegt sich überwiegend in der Verwaltung von Mängeln. Entsprechend haben auch Architekten, Architektinnen und angrenzende Berufsgruppen umso mehr die Aufgabe, ihre Fähigkeiten in die Entwicklung moderner Städte und Räume und ihrer gegenwärtigen sozialen Gefüge und Problemlagen einzubringen. In Berlin kann man derzeit leider sehen, wie dies nicht geschieht. Es werden modernste Eigentumswohnungen zu exorbitanten Preisen mit allen technischen Raffinessen gebaut und verkauft. Architektonische Formen wie z.B. Favela-Schick sind hip bei den Wohlhabendsten. Eine Berühmtheit wie Daniel Libeskind hat vor Kurzem in einem Interview gesagt, dass er sich freut, endlich mal für normale Menschen bauen zu dürfen, den sogenannten Saphire in Berlin-Mitte. Dumm nur, dass vielleicht nicht mal 10% der Berliner_innen sich eine dieser extrem teuren Wohnungen werden leisten können.
Hingegen gibt es kaum sichtbare Bemühungen aus künstlerischen und architektonischen Kreisen heraus, bezahlbare Mietwohnungen und modernen Massenwohnungsbau voranzutreiben. Dies aber ist die Aufgabe der Gegenwart.
ArqFilmFest: Berichte mir, auf welche Art und Weise Dein Film vom Thema urbane Transformationen handelt, warum Dich das Thema interessiert, wie das Thema Deiner Meinung nach die Menschen betrifft und wie dies vor allem in Berlin aussieht.
MC: Ein wichtiges Motiv, den Film MIETREBELLEN zu machen, war zu zeigen, wie motiviert und stark die Bewohner in Berlin agieren, wenn sie oder ihre Nachbarn von Mieterhöhungen, Wohnungsverlust oder Verdrängung bedroht sind. Wir wollten die unterschiedlichen Problemlagen zeigen, aber auch die Fähigkeit zur Selbstorganisierung und zum solidarischen und politischen Handeln in der Stadt. Dass es diese Widerstände im aktuellen Wohnbestand gegen die Investoren und die Stadtpolitik gibt, hat sicherlich auch mit jüngsten Berliner Besonderheiten zu tun. Man muss wissen, dass Berlin eine Mieterstadt ist und von den 1,9 Millionen Wohneinheiten nur 15% Eigentumswohnungen sind. 85% aller Haushalte wohnen zur Miete. Dies ist recht typisch für den deutschsprachigen Raum im Vergleich z.B. zu Südeuropa, wo die Menschen überwiegend im Eigentum wohnen und aufgrund der letzten Krisenjahre ebenfalls massiv von Wohnungsverlust bedroht sind. Die Berliner Besonderheit als deutsche Großstadt wie auch als internationale Metropole ist, dass u.a. durch die Wiedervereinigung der Wohnungsmarkt in Berlin extrem entspannt war und die Wohnkosten im Vergleich zu westdeutschen Großstädten wie Frankfurt, Köln oder Hamburg, eher niedrig waren. Erst seit den Jahren 2006 bis 2009 wird die Wohnraumverknappung durch Zuzug spürbar – zuerst wahrgenommen und politisiert haben das die Mieter_innen.
Der Immobilienwirtschaft sind die Preissteigerungen recht, die offizielle Politik und Verwaltung spielt eine ambivalente Rolle. In Deutschland wurde der Arbeitsmarkt dereguliert, es gibt immer mehr Jobs im Niedriglohnbereich und auch die Sozialfürsorge wurde abgesenkt. Allein in Berlin gelten 30-40% der Menschen als einkommensschwach, Armut wird zunehmend sichtbar, auch die Mittelschicht verliert an Kaufkraft. Deutschland ist zwar ein weltweit erfolgreiches Industrieland, es ist aber ein zahlenmäßig geringer Anteil der Bevölkerung, der deutlich mehr als das zum kulturellen Lebensniveau Notwendige hat. Ein Großteil der Familien muss das komplette Monatseinkommen für die Lebenshaltungskosten ausgeben, davon ca. 25-35% für die Wohnkosten. Einkommensschwache Familien müssen immer öfter über 50% für das Wohnen bezahlen.
Der Berliner Wohnungsmarkt hat sich also in den letzten Jahren der allgemeinen Preisentwicklung beim Wohnen in Europa angepasst, nur ist das Einkommen in der deutschen Hauptstadt für deutsche Verhältnisse besonders niedrig und die steigenden Wohnkosten können subjektiv nicht ausgeglichen werden. Aktuell kommt es seit Jahren quasi wöchentlich zu Protesten rund ums Thema Wohnen. Da sind ältere Menschen und Rentner, die durch die Privatisierung der öffentlichen Wohnungsbaubestände plötzlich mit der Verdoppelung ihrer Mieten konfrontiert sind. Da sind Berliner_innen mit Migrationshintergrund, die mit immer mehr Menschen und mit allen Nachteilen, in einer Wohnung leben müssen, um in ihrem Stadtbezirk bleiben zu können. Da sind Mittelschichtsfamilien, die aufgrund des aggressiven Profitinteresses der Hauseigentümer ihre Wohnungen verlieren. Da sind einkommensschwache Alleinstehende, die aufgrund von Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ihre kleinen Wohnungen verlieren sollen. Die Dokumentation MIETREBELLEN zeigt über drei Jahre die ersten Proteste der neuen Mieter_innenbewegung. Aktuell hat Berlin einen enormen Zuzug, allein 45.000 Menschen netto jährlich kommen nach Berlin, zudem derzeit wöchentlich Tausende Geflüchtete z.B. aus Syrien. Der Wohnungsmarkt in Berlin implodiert, ein Leerstand von 1,5% reicht nicht mehr dazu aus, dass man umziehen oder eine Wohnung finden kann. Dies merken jetzt alle Bevölkerungsgruppen, ob Studierende oder Mittelschichtsfamilien. Auch Menschen, die sich eine Eigentumswohnung leisten können, sind mit deutlich höheren Preisen konfrontiert. MIETREBELLEN zeigt Menschen im Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt, die im Bestand wohnen und ihre Wohnung behalten wollen oder engagiert sind, im Stadtteil für eine gute soziale Struktur von Nachbarschaft, Wohnen, kleinen Läden und Freiflächen. Die Kämpfe sind konkret, es geht um den Erhalt der Wohnungen und der Nachbarschaft, gegenwärtig aber auch um Fragen der Stadtplanung und des Zusammenlebens an sich. Einerseits wird die städtische Politik mit Aktivitäten unter Druck gesetzt, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten, zunehmend kommen aber auch die Forderungen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, denn es wird immer deutlicher, dass der Mangel an Wohnraum zu extremen Mietsteigerungen bei Neuvermietungen führt. Im alternativen Stadtteil Kreuzberg z.B. von durchschnittlich 5,50€ den Quadratmeter im Bestand auf 10-14€ bei neuen Verträgen. Durch den Mangel an Wohnraum wird auch das relativ starke Mietrecht in Deutschland ausgehebelt.
Dagegen stehen die Forderungen der vielfältigen Mieter_innenbewegung wie z.B. ‘Wohnen ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht!’
Ob durch, ich nenne es neue städtische Solidarität oder wie im Film gezeigt einfach menschliche Unterstützung der durch Zwangsräumung bedrohten Nachbar_innen oder das Einmischen von Mieter_innen ins politische Leben auf allen Ebenen, wie es derzeit geschieht – immer mehr Berliner_innen und Stadtbewohner_innen sind nicht damit einverstanden, dass es zunehmend die Investoren sind, die das städtische Leben bestimmen.
Weitere Informationen:
http://www.arqfilmfest.cl/competencia
castellano/español
El ArqFilmFest de Santiago de Chile pregunta por las razónes de enviar la película MIETREBELLEN y de cual manera el film trata el tema de las transformaciones urbanas, como afecta a la gente y cuál ha sido el caso particular de Berlín. Aquí respuestas del cinematógrafo y sociólogo Matthias Coers:
MIETREBELLEN es una película sobre el movimiento creciente de los inquilinos en Berlín desde los años 2010/2011. Por el crecer de los costos de la vivienda en la capital alemana también las protestas se están amplificando.
Yo he estado presente en 160 proyecciones de la película para debates, donde me he dado cuenta que las preguntas de los habitantes, quienes intentan vivir a precios pagables en las ciudades, son muy separadas de las perspectivas de planificación urbana y de arquitectura.
Trabajo intensivamente con un grupo Berlinés que trata el tema de la nueva construcción de viviendas comunales y me dedico políticamente y con el medio de la película a las preguntas del abastecimiento habitacional en Europa. También aquí uno encuentra una separación clara. En los círculos que están buscando desde una perspectiva socio-política caminos para la creación de viviendas a precios económicos también los temas arquitectónicos y de planificación urbana no son tocados.
Personalmente, yo creo que es un error fundamental, como para mí la practica política y social pertenece a las cuestiones estéticas y técnicas. Esas cuestiones son parte de una sociabilidad moderna y compleja, que necesitan, a pesar de la separación profesional de trabajo, una realización común para desarrollar sus calidades completas a la altura de las circunstancias.
Y si hablo de calidades también me refiero a necesidades que se muestran especialmente obvio en el téma de la vivienda. Cada humano tiene que y quiere vivir bajo un techo. Habitar es una actividad central y no por nada la burguesía ha creado una cultura de la vivienda enorme hasta llegar a caer en una decadencia cursi y por ejemplo los pequeños burgueses han sido intentando imitar eso. Tener una vivienda, como lo sabemos, es un derecho humano y en tiempos en cuales es cada vez más difícil para los sujetos de tener un impacto a la sociedad, el espacio privado de la vivienda gana más y más importancia.
Pero como la vivienda es organizado de forma mercantil, y que mucha gente ya no puede satisfacer sus necesidades básicas con los ingresos de su propio trabajo, es necesario que se encuentran nuevas formas de organización de carácter social. En Alemania del Oeste por ejemplo después de la segunda guerra mundial la construcción social de viviendas proveía, en forma de construcción para las masas, espacios habitables para mucha gente. En Alemania del Este había las construcciones prefabricadas socialistas, en Austria por ejemplo la construcción comunal. Esas formas sociales de producir viviendas han sido terminadas por el excito del Neoliberalismo, con la consecuencia que también en países muy ricos como en Alemania creció la pobreza habitacional.
Pero también esas formas de vivir para las masas siempre tenían la desventaja y la reputación de angostura, falta de colores y tristeza, aunque en la construcción se había pensado al aire y al sol. Hoy se muestra que se necesitan urgentemente más espacios de vivienda pagables, solo en Alemania 350.000 personas viven sin apartamento, parte de ellos en alojamientos de urgencia, 45.000 de ellos sin techo en la calle. Científicos estiman que solo en Alemania faltan 4 millones de apartamentos pagables. Solo en Berlín se deben construir de 2015 a 2030 300.000 apartamentos para proveer a la población suficiente espacio habitacional.
Desde mi punto de vista uno no puede dirigir esa pregunta solamente desde la perspectiva del abastecimiento. Sino, dentro de los edificios a construir y dentro de los barrios a planificar, debe ser visible la riqueza de lo que es posible en arquitectura y planificación. Es evidente pero no suficientemente considerado, que lo que se construye y se planifica hoy formará geográficamente, estéticamente y mentalmente la vida de las próximas generaciones. Construcción de masas bajo las condiciones de hoy, la dictadura del ahorro, acaba en modos de construcción simple. Pero campamentos de contenedores y parques de casas rodantes no son casas adecuadas y caen por debajo de los estándares civilizadores.
Un buen ejemplo como se puede hacer construcción de masas son las casas de estilo moderno en Berlín con sus arquitectos Bruno Taut o Martin Wagner donde se logró construir en los años 1920 dentro de 5 años 115.000 apartamentos pagables y de buena calidad, los cuales hasta hoy son habitados y apreciados. Otro ejemplo de construcción excepcional a nivel internacional en Berlín son los bloques de pisos en el cuartel Hansa, donde para la exhibición internacional Interbau en 1957 arquitectos como Le Corbusier, Walter Gropius o Oscar Niemeyer crearon un barrio que hasta hoy tiene una alta calidad de vida.
Para mi la imaginación arquitectónica y planificadora tiene una fuerza visionaria, la practica socio-política y la del estado social en cambio tienen como foco prevalentemente la administración de escaseces. Así, arquitectos y gente con profesiones similares tienen aún más la tarea de incorporar sus virtudes en el desarrollo de las ciudades y espacios modernos como en sus contexturas y sus problemas actuales.
En Berlín desafortunadamente uno puede ver como eso no se hace. Se construyen y venden pisos de propiedad a precios exorbitantes con todos los refinamientos técnicos. Formas arquitectónicas como por ejemplo la ‘elegancia favela’ son de moda para gente acomodada. Una celebridad como Daniel Libeskind acaba de decir en una entrevista que está feliz de finalmente poder construir una casa con viviendas para gente normal, el Saphire en Berlin Mitte. Lamentablemente ni siquiera 10% de los Berlineses podrán financiar uno de esos pisos caros. En cambio casi no hay esfuerzos visibles desde círculos arquitectónicos y artísticos de promover pisos de alquiler pagables y construcción de masas moderna. Pero eso es la tarea del presente.
El mercado de la vivienda berlinés entonces se ha adaptado al desarrollo general de los precios en Europa. Pero los ingresos en la capital alemana son muy bajos comparado al resto de Alemania y el crecer de los precios de la vivienda no puede ser compensado por los sujetos.
Actualmente desde hace años casi semanalmente hay protestas por el tema de la vivienda. Hay personas de la tercera edad que por la privatización de casas publicas de repente son confrontados con la duplicación de sus alquileres. Hay Berlineses con trasfondo migratorio que viven con cada vez más gente en un apartamento, con todas las desventajas, para poder quedarse en su barrio. Hay familias de la clase media que pierden sus apartamentos por los intereses económicos agresivos de los propietarios de casa. Hay solteros a ingreso bajo que son en peligro de perder sus pequeños pisos por cuya transformación en propiedad privada.
La documentación muestra las primeras protestas del nuevo movimiento de los inquilinos durante tres años. Berlín tiene una inmigración enorme, crece por 45.000 personas cada año y actualmente cada semana llegan miles de refugiados, por ejemplo de Siria. El mercado de la vivienda en Berlín implosiona, 1,5% de pisos vacíos no son suficiente para que uno pueda mudarse o encontrar un nuevo apartamento.
Eso lo notan todas las partes de la población, sean estudiantes o familias de la clase media. Aún gente que puede pagar pisos de propiedad son confrontadas con precios cada vez más altos.
MIETREBELLEN muestra gente en resistencia contra la liquidación de la ciudad, que quiere quedarse con su piso o que son comprometidos en su cuartel para una buena estructura social del vecindario, del vivir, de pequeñas tiendas y de espacios abiertos. Las luchas son naturalmente concretas, la gente defiende sus pisos y su vecindario, se dedica actualmente también a preguntas de planificación urbana y de convivencia de por sí.
Por un lado la gente hace presión con sus actividades a la política urbana para crear viviendas pagables. Por otro lado hay exigencias de construir nuevos espacios pagables por que es cada vez más obvio que la escasez de vivienda lleva a subidas de alquiler extremas en los nuevos contratos del alquiler. En el cuartel alternativo de Kreuzberg por ejemplo se aumenta el alquiler desde 5,50€ por metro cuadrado de promedio hasta 10 a 14€ en los nuevos contratos. Por la escasez de vivienda también se anula la ley de arrendamiento que normalmente es relativamente fuerte en Alemania. Contra ello hay exigencias del movimiento polifacético de los inquilinos, como por ejemplo ‘Vivir en un apartamento no es una mercancía, es un derecho!‘
Sea por, lo llamo nueva solidaridad urbana, o por simple apoyo de vecinos en peligro de desahucio, como mostrado en la película, o por la intervención de inquilinos en la vida política a todos niveles, cada vez más Berlineses y habitantes no son de acuerdo de que son los inversionistas que determinan crecientemente la vida urbana.