15. Oktober 2020
Public Housing Glasgow

Zerstörung des öffentlichen Wohnungsbaubestandes
Interview mit dem Stadtforscher Neil Gray
“Es scheint, als ob überall, wo man hinschaut, gerade ein Häuserblock abgerissen wird. Als ob der letzte Rest von sozial-demokratischem öffentlichen Wohnungsbau, sozialistischer Wohnraumwirtschaft – wie man es auch nennen mag – vom Horizont getilgt werden soll."
Die schottische Metropole und ehemalige Arbeiterstadt Glasgow wurde wie viele Städte Europas in einen Dienstleistungsstadt umgebaut. Im Rahmen der neoliberalen Stadtpolitik wurde massiv öffentlicher Wohnungsbau zerstört und privatwirtschaftliches Wohnen forciert. Dies zum sozialen und ökonomischem Nachteil breiter Bevölkerungsschichten.
Der an der University of Glasgow angesiedelte Stadtforscher Neil Gray beschäftigt sich als Wissenschaftler und Stadtaktivist eingehend mit dem Thema Council Housing in Großbritannien. Seine Dissertation von 2015 beschäftigt sich mit neoliberalem Urbanismus und räumlicher Ordnung im rezessionsgezeichneten Glasgow. Derzeit ist er beteiligt am Horizon 2020-Forschungsprojekt mit den Themen ‘Municipal Action, Public Engagement and Routes Towards Energy Transition’.
Das Interview in Sighthill wurde 2016 auf einer Veranstaltungs-, Film- und Aufnahmenreise erstellt. Auf Einladung der University of Edinburgh zum Who Saved the City?-Kongress und einer Kinoveranstaltung mit MIETREBELLEN / RENT REBELS entstanden Interviews mit einer Stadtplanerin, einem Gewerkschafter, einem Architekten, einem Historiker und Aktivist*innen aus Edinburgh, Glasgow, Suzhou/China und Bethlehem/Palästina.
Eine Produktion von zweischritte.berlin und der Berliner MieterGemeinschaft
Kamera, Ton, Schnitt, Untertitel | coersvideo
Glasgow | Berlin
2016 | 2020
www.bmgev.de | www.zweischritte.berlin | youtube.com/WohneninderKrise