zweischritte.berlinBeiträge

← Alle Beiträge

22. Oktober 2016

Linke Literaturmesse

Foto: Matthias Coers zweischritte.berlin coersvideo | Nürnberger U-Bahn

Analysen, strategische Überlegungen, Vorschläge

Foto: Matthias Coers zweischritte.berlin coersvideo | Nürnberger U-Bahn

Podiumsdiskussion im Künstlerhaus

Am Freitag, den 4. November 2016 wird mit der Frage “Wo bleibt die radikale Linke?” die 21. Linke Literaturmesse in Nürnberg eröffnet.

Auf dem Podium und mit dem Publikum diskutieren Manfred Sohn, Gerd Wiegel und Matthias Coers.

Im Programmheft heißt es: “Ökonomische Krisen erschüttern heute die kapitalistische Wirtschaftsweise. Das sicher geglaubte ist nicht länger sicher und die internationale Konkurrenz nimmt zu. Durch die Entwicklung unter Druck gesetzt, wird seit Jahren vom politischen Establishment der BRD die Umstrukturierung der gesellschaftlichen Verhältnisse vorangetrieben. Den, von hier aus agierenden, Banken und Konzernen sollen so beste Ausgangsbedingungen im internationalen Hauen und Stechen verschafft werden. Der gesellschaftlich erwirtschaftete Reichtum wird deshalb ungeniert umverteilt. Während eine Minderheit profi tiert, muss die Mehrheit die Zeche zahlen. Löhne sinken - Mieten, wie auch andere Kosten steigen und die soziale Absicherung wird Schritt um Schritt abgebaut. Die Konkurrenz um Lohnarbeit, Wohnungen, Ausbildungsplätze etc. wächst, soziale Unsicherheit wie Armut nehmen zu und die Unzufriedenheit steigt. Wie in anderen Staaten, taucht auch in der BRD mit der sogenannten Alternative für Deutschland in dieser Situation eine rechtspopulistisch, national und rassistisch agierende Scheinalternative auf, der es gelingt Unzufriedene an sich und an eine verschärfte Variante der herrschenden Ideologie zu binden… Und wo bleibt in dieser Situation die radikale Linke? Warum kann weder ihr parlamentarischer Flügel noch die außerparlamentarische Linke bisher politisch wie personell von der wachsenden Unzufriedenheit profi tieren? Wo bleiben Antworten auf den Klassenkampf von oben? Wie muss eine Linke, die nicht bereit ist sich mit der Rolle des gesellschaftlich isolierten, kommentierenden Hofnarrs abzufi nden, positionieren? Was muss sie tun? Abwehrkämpfe oder eine Offensive organisieren? Basisarbeit? Kämpfe für die Interessen der Mehrheit beginnen? Kampagnen machen? Wahlkämpfe führen? Auf die eigene Kraft vertrauen oder breite Bündnisse bis ins bürgerliche Lager suchen? Wie ist die Lage, wo und wie ansetzen, mit was beginnen? Analysen, strategische Überlegungen und Vorschläge werden hier präsentiert. 

Es referieren und diskutieren:
Manfred Sohn, ex-MdL und Fraktionsvorsitzender DIE LINKE in Niedersachsen, 2015 Austritt aus der Partei, zahlreiche Buch- und Artikelveröffentlichungen. Matthias Coers, Aktivist in der Mietrechtsbewegung, Filmemacher u.a. “Mietrebellen”, Medienaktivist und Soziologe. Gerd Wiegel, Referent der Bundestagsfraktion DIE LINKE für Rechtsextremismus/ Antifaschismus, Redakteur der “Z” - Zeitschrift Marxistische Erneuerung.”

19:30 Uhr im Vorsaal des Künstlerhauses, KunstKulturQuartier, Königstraße 93.

Das Programm der vom Literaturverein Libresso e.V. und Metroproletan Archiv & Bibliothek veranstalteten Messe findet sich unter www.linke-literaturmesse.org

Das Bild zeigt die Einfahrt in die Tiefen der Nürnberger U-Bahn nach einem Lecture Screening im Stadtteilladen Schwarze Katze im Januar 2016. 
Die  Veranstaltung mit der Initiative Mietenwahnsinn stoppen Gostenhof, organisierte autonomie aus Nürnberg und der Aktionsgruppe Untergiesing München und einem Bericht mit neuen Filmaufnahmen aus Berlin trug den Titel “Mietrebellen wollen es wissen! Wir wehren uns gemeinsam!”.
Info: http://www.redside.tk/cms/2016/01/21/12257/